Stein gegen Stein


Stephanie Warnke, 2009, Campus Verlag, Frankfurt Main
seite 206-219, Wolf Jobst Siedler: Vom Tagesspiegel zur “Gemordeten Stadt”


“Einen besonderen Beitrag zum Erfolg des stark inszenierten Bildbandes mag Niggemeyers Strategie geleistet haben, die »neue« Architektur in der Regel ohne Menschen, die »alten« Straßenszenen dagegen häufig mit spielenden Kindern oder auf Bänken sitzenden alten Menschen abzubilden. Besonders die Fotografien spielender Kinder erinnern dabei unmittelbar an die Zeichnungen Heinrich Zilles: Während die Rezeption Zilles in der Architekturkritik der fünfziger Jahrein der Regel dessen Kritik am Elend der Berliner Hinterhof-Tristesse in den Mittelpunkt stellte, strahlen die Fotos in Die gemordete Stadt nun im Kontrast zu den menschenleer und abweisend dargestellten Straßenräumen der Neubaugebiete dieselbe Wärme und Menschlichkeit aus wie in der Tat auch viele der Zeichnungen Zilles vom Berliner »Miljöh« und
schließen auf direkte, positive Weise an die lokale Popularität seiner Zeichnungen bei den Berlinern an.”


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